Spannende Keynote von Roland Koch zum Radikalismus beim WiRa Hessen – Wie gelingt faire Energiezusammenarbeit mit dem Sahel?

Spannende Keynote von Roland Koch zum Radikalismus beim WiRa Hessen – Wie gelingt faire Energiezusammenarbeit mit dem Sahel?

Auch dieses Jahr gab’s wieder spannende Keynotes beim traditionellen Parlamentarischen Abend des Wirtschaftsrats Hessen am Vorabend des Wirtschaftsrates.

Besonders beeindruckend: Die Rede unseres Ex-Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung, Dr. Roland Koch. Er analysierte das Problem des zunehmenden Radikalismus in Deutschland und appellierte: Wir dürfen unser Land nicht den Feinden der Demokratie überlassen. Dabei kann es nicht um Verbote gehen, die die staatsfeindlichen Ideologien nicht verhindern können. Wir müssen den radikalen Kräften politisch die Stirn bieten und die Themen, die die Bürgerinnen und Bürger bewegen, klar ansprechen. Gerade die CDU ist hier gefragt mit ihrer integrierenden Kraft als Volkspartei.

Lesenswert dazu auch sein Artikel: Klare politische Fronten schaden der AfD.

Vielen Dank für die Einladung!

Allen Widerständen zum Trotz – Wie nachhaltige Energiezusammenarbeit mit dem Sahel gelingen kann

Dass wir den Klimawandel nur gemeinsam und global bekämpfen können, ist allen klar. Welchen Beitrag können wir dazu durch die Zusammenarbeit mit den Ländern in der krisengeschüttelten, aber sehr sonnen- und windreichen Sahelzone leisten?

Beim Fachgespräch der Deutschen Afrika-Stiftung und der Initiative Fokus Sahel zum Thema „Allen Widerständen zum Trotz – wie wirtschaftliche Kooperation im Energiesektor im Sahel gelingen kann“ haben wir versucht, darauf Antworten zu finden.

Nouhoum Keita, Journalist, Radiomacher und Direktor der auf eine nachhaltige Entwicklung ausgerichteten NGO ASFA 21 FALEA in Mali, und Marthe Zio, Spezialistin für ökologisches Bauen des CESAO-Zentrums in Burkina Faso, schilderten eindrücklich das Leben in der Sahelzone und gaben politische Impulse hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Moderator Olaf Bernau/Initiative Fokus Sahel mit Nouhoum Keita (links) und Marthe Zio (rechts)

Energiearmut trotz optimaler Bedingungen für Erneuerbare Energien

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wachen morgens auf und nichts funktioniert mehr: Sie können Ihr Handy nicht aufladen, der Lichtschalter reagiert nicht, die Lebensmittel im Kühlschrank verderben. In Krankenhäusern müssen Operationen verschoben werden, Impfstoffe können nicht gekühlt werden, Wasserpumpen fallen aus. Für Menschen in Burkina Faso ist das Alltag. Nach Angaben der UN hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität.

Dabei ist eine stabile Energieinfrastruktur der Motor für wirtschaftlichen Wachstum und auch für politische Stabilität. Die Afrikanische Entwicklungsbank AfBD schätzt, dass die Energiearmut in Afrika den Kontinent jährlich 2-4 % des BIP kostet. Und das, obwohl die Sahelzone in einer der sonnenreichsten Regionen der Welt liegt, in der zudem optimale Bedingungen für Windkraftanlagen existieren.

Wie können wir helfen, das zu ändern?

Deshalb unterstützt Deutschland die von der AfDB initiierte Desert-to-Power-Initiative, die darauf abzielt, in der Sahelzone durch den Ausbau von Solarenergie bis zu 10 GW an zusätzlicher Stromkapazität zu schaffen, dezentrale Stromnetze aufzubauen, den Sahel so zur Hochburg für erneuerbare Energien zu machen.

Allerdings hemmen regulatorische Rahmenbedingungen und politische Instabilitäten in den meisten Sahel-Ländern die Investitionen und verzögern so die Umsetzung von Projekten. Auch hängt die langfristige Nachhaltigkeit von der Fähigkeit ab, die Anlagen zu warten und zu betreiben, was gut ausgebildetes Personal und verlässliche Lieferketten für Ersatzteile voraussetzt.

Es sind deshalb umfassende und integrierte Ansätze erforderlich, um durch wirtschaftliche Kooperation mitzuhelfen, im Sahel den Aufbau grüner Wertschöpfungsketten zu fördern und die Chancen für private Investitionen auch deutscher Unternehmen zu verbessern.

Deutschland sollte sein Know-How verstärkt dafür einsetzen.

Faire Zusammenarbeit notwendig

Zur Wahrheit gehört auch, dass Industrieländer wie Deutschland von der Nutzung fossiler Brennstoffe und der Ausbeutung globaler Ressourcen profitiert und zusätzlich durch ihre wirtschaftliche Entwicklung historisch die meisten Treibhausgase emittiert haben. Länder in der Sahelzone sind jedoch besonders stark von den negativen Folgen des Klimawandels betroffen, obwohl sie nur einen geringen Beitrag zu den globalen Emissionen leisten. Es ist deshalb nur fair, dass sich Deutschland und die Europäische Union weiterhin klimapolitisch und wirtschaftlich für den Sahel einsetzen – und das zu fairen Bedingungen auf Augenhöhe.

Es liegt im Interesse von uns allen, eine nachhaltige globale Entwicklung zu fördern.