Deutsche Spitzenforschung ausgebaut !

Das deutsche Pharmaunternehmen BioNTech in Mainz, dessen Corona-Impfstoff kurz vor der Zulassung steht, zeigt eindrucksvoll, was deutsche Spitzenforschung leisten kann.

Im globalen Innovationswettlauf sind wir nicht nur hier ganz vorne mit dabei. Auch in Bereichen wie Supercomputer, Energie- und Umwelttechnologien, Industrie 4.0 oder Quantentechnologien sind wir gut aufgestellt.

Das zeigt auch in diesem Jahr wieder der Bundesbericht Forschung und Innovation, den wir gestern im Plenum diskutiert haben.

Unsere Erfolge sind nur möglich, weil deutsche Unternehmen und die staatlich geförderten Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen – wie das RKI, die Max-Planck-, Helmholtz-, Leibniz- und Fraunhofer-Institute – immer mehr Mittel in die Forschung investieren. 2018 haben sie mit insgesamt 105 Mrd. Euro einen neuen Höchststand erreicht. Das sind 3,13% des BIP. Allein der Bund hat 2018 rund 19,6 Mrd. Euro für die Forschung ausgegeben.

Insgesamt 1,25 Mrd. Euro haben 2018 die außeruniversitäre medizinische Forschung vorangebracht. Diese Mittel wurden im Zuge der Corona-Krise 2020 massiv erhöht. Die nationale Corona-Impfstoffentwicklung wird insgesamt mit 750 Mio. Euro unterstützt – darunter auch die Forschung bei BioNTech und zwei weiteren deutschen Unternehmen: Curevac/Tübingen und IDT Biologika/Dessau. Für die Internationale Impfstoffinitiative CEPI gibt es 230 Mio. Euro und für die Medikamentenentwicklung 45 Mio. Euro.

Insgesamt ist die Gesundheitsforschung ein wichtiger Schwerpunkt der deutschen Hightech-strategie 2025, mit der wir die großen Herausforderungen dieser Zeit angehen: den Klimawandel, die Energiewende, die alternde Gesellschaft, die Digitalisierung, das Wirtschaften im Kreislauf, die nachhaltige Mobilität, die Cybersicherheit. Mit der neuen Agentur für Sprunginnovationen SPRIND sind wir zudem auf der Suche nach technologischen Durchbrüchen, die die Welt verändern können.

Trotz aller Erfolge bleiben noch einige Fragen offen, die wir beantworten müssen, wenn wir auch künftig innovativ und wettbewerbsfähig bleiben, unseren Wohlstand sichern und neue Jobs schaffen wollen. Denn auch die Konkurrenz – besonders aus China, das seine Forschungsausgaben seit 2000 von 33 auf fast 500 Mrd. Dollar gesteigert hat – ist uns immer dichter auf den Fersen.

Die Expertenkommission Forschung und Innovation EFI, die die Bundesregierung berät, empfiehlt deshalb in ihrem Gutachten 2020 und in weiteren Studien ganz besonders:

  • noch höhere Forschungsausgaben – auf dem Weg zum 3,5%-Ziel bis 2025 dürfen wir nicht nachlassen;
  • mehr Tempo bei der Digitalisierung und beim Aufbau der europäischen Datencloud GAIA-X – gerade die Corona-Krise hat die Defizite nochmals sichtbarer gemacht, aber auch neue Chancen aufgezeigt, nicht nur in den Klassenzimmern und beim Homeoffice;
  • mehr IT-Sicherheitsexperten zur Abwehr der zunehmenden Cyberattacken, die Schäden von geschätzt 100 Mrd. Euro jährlich verursachen und Innovationen behindern;
  • die bessere Förderung von strukturschwachen Regionen, und zwar bundesweit;
  • mehr Hilfe für forschende Unternehmen und für ihre Kooperationen mit der Wissenschaft, denn 4 von 10 Unternehmen reduzieren 2020 wegen Corona ihre Forschungsausgaben;
  • mehr China-Kompetenz und mehr Unabhängigkeit von ausländischen Technologien.

Mit dem Forschungshaushalt 2021, den wir Anfang Dezember verabschieden setzen wir auch in dieser Hinsicht die richtigen Signale.

Foto: PSTS Thomas Rachel beim Besuch des Tumorzentrums NCT Dresden, BMBF/Hans-Joachim Rickel