Networking: Frieden für Armenien – Afrika auf Augenhöhe – Wasserstoff-Update aus Namibia – DPG-Frühlingsempfang!

Networking: Frieden für Armenien – Afrika auf Augenhöhe – Wasserstoff-Update aus Namibia – DPG-Frühlingsempfang!

Schwieriges Thema: Unter meiner Leitung haben wir am Donnerstag im Menschenrechtsausschuss mit dem früheren Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs Luis Moreno Ocampo über die völkerrechtlichen Aspekte der Zwangsdeportation von über 100.000 Armeniern aus Berg-Karabach durch Aserbaidschan diskutiert.

Mit dabei: der armenische Botschafter Viktor Yngibaryan und Jonathan Spangenberg, Vorstandsvorsitzender des Zentralrats der Armenier in Deutschland.

Auf die sehr komplexen und weit in die Vergangenheit reichenden Hintergründe des aserbaidschanischen Angriffs auf Bergkarabach letzten September einzugehen, würde den Rahmen sprengen.

Was jetzt wichtig ist, sind vor allem zwei Ziele:

Erstens, dass die rund 115.000 Armenier, die im letzten September aus Bergkarabach vertrieben wurden und zum größten Teil in Armenien aufgenommen wurden, gut versorgt werden und dass für sie eine dauerhafte Lösung gefunden wird.

Zweitens, dass Armenien und das autoritär regierte Aserbaidschan ihre Verhandlungen für einen Friedensvertrag uneingeschränkt fortsetzen und bald eine Lösung finden, die beide Seiten zufriedenstellen und den jahrhundealten Konflikt in der Region beenden kann. Dafür setzen sich auch die OSZE und die EU ein. Ob es gelingt, ist derzeit leider völlig offen.

Wir unterstützen auch alle Bemühungen der Bundesregierung, die helfen können, dass es bis zur Weltklimakonferenz COP 29 vom 11. bis 22. November 2024 in Baku ein greifbares Ergebnis gibt.

Im Gespräch mit dem armenischen Botschafter (links) und Luis Moreno Ocampo

Übrigens: Am Tag vor unserem Treffen hatte Luis Moreno Ocampo in der Frankfurter Paulskirche die Gedenkrede zum 109. Jahrestag des Völkermords an den Armeniern gehalten.

 

Fröhlicher Frühlingsempfang der DPG

Überraschungsgast mit bester Laune:

Beim traditionellen Frühlingsempfang der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft  habe ich auch meinen Wahlkreisvorgänger
Dr. Heinz Riesenhuber getroffen.

Als DPG-Ehrenpräsident war er extra aus Frankfurt angereist, um alte Weggefährten wiederzusehen
und neue Kontakte zu knüpfen.

Wir haben uns beide sehr gefreut, wie man sieht!

 

Weitere Fortschritte bei unserer Wasserstoffpartnerschaft mit Namibia:

Wir brauchen zukunftsweisende Wasserstoff- und Energiepartnerschaften insbesondere mit Afrika, denn Deutschland muss einen Großteil des grünen Wasserstoffs, den es für die Energiewende braucht, importieren.

Beim hochkarätigen parlamentarischen Abend der Energieunternehmen ENERTRAG und Hyphen Hydrogen Energy habe ich mich – ebenso wie unser AK-Afrikavorsitzender Stefan Rouenhoff, der BMBF-Wasserstoffbeauftragte Till Mansmann und der BMWK-Sonderbeauftragte Rainer Baake – über den aktuellen Stand des Megaprojekts zur Produktion von grünem Wasserstoff und grünem Ammoniak in Namibia informiert, das ich schon von früheren Veranstaltungen kenne.

Ebenfalls mit dabei: ENERTRAG-CEO Dr. Gunar Hering und Dr. Tobias Bischof-Niemz, Hyphen-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied bei ENERTRAG.

James Mnyupe, der Wirtschaftsberater des Präsidenten von Namibia (Foto), beschrieb mit großem Enthusiasmus die Chancen des zukunftsweisenden Hyphen-Projekts.

Strategisches Auslandsprojekt

Das Projekt bietet großes Potential für den Aufbau einer nachhaltigen Energiehandelspartnerschaft zwischen Namibia und Deutschland zum gegenseitigen Nutzen. Inzwischen gibt es Letters of Intent mit mehreren möglichen deutschen Abnehmern.

Außerdem hat das Hyphen Wasserstoff-Projekt in Namibia beste Chancen, als strategisches Auslandsprojekt der Bundesrepublik Deutschland klassifiziert zu werden. Das heißt: Das Projekt kann unter gewissen Voraussetzungen durch das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen einer nachhaltigen Wasserstoff- und Power-to-X-Kooperation mit Namibia gezielt gefördert werden. ENERTRAG und Hyphen arbeiten eng zusammen, damit das gelingt.

Das BMBF fördert übrigens bereits seit Anfang 2023 vier weitere deutsch-namibische Wasserstoff-Projekte mit etwa 30 Millionen Euro.

Nutzen für Namibia und Deutschland

Insgesamt werden bei dem Hyphen-Projekt rund 10 Mrd. US-Dollar investiert, das entspricht ungefähr dem jährlichen BIP Namibias. Weitere Vorteile für Namibia: Das Land ist zu 24% am Projekt beteiligt, in der Bauphase werden rund 15.000 Jobs und während des Betriebs rund 3.000 Jobs geschaffen, die ganze Region im Süden – rund 4.000 Quadratkilometer – in der Nähe der Stadt Lüderitz wird sich stark entwickeln.

Geplant ist eine Kapazität von 3 GW Elektrolyseurleistung und 7 GW grünem Strom. Ziel ist die Produktion von 350.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr, der dann zum Transport nach Deutschland in grünen Ammoniak umgewandelt wird. Die volle Leistung soll in fünf bis sechs Jahren erreicht werden.

So soll das Hyphen Hydrogen Energy Projekt in der Endphase aussehen, © Hyphen Hydrogen Energy

 

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Afrika nur auf Augenhöhe

Wie können Europa und Deutschland insgesamt die wirtschafts- und entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern besser und effizienter – und vor allem: auf Augenhöhegestalten?Diese Frage stand m Mittelpunkt unserer Diskussion im Arbeitskreis Afrika mit der Geschäftsführung der Global Perspectives Initiative GPI.

Die GPI bringt als Dialogplattform Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus Afrika und Europa zusammen. Sie konzentriert sich dabei auf die Entwicklung von strategischen Konzepten z.B. für das Bildungssystem im Rahmen des Africa Roundtable, auf zukunftsträchtige Geschäftsfelder wie KI oder Raumfahrt und auf den Aufbau resilienter Gesundheitssysteme, in denen besonders Frauen eine wichtige Rolle spielen.

Eine Empfehlung für Deutschland und deutsche Unternehmen, um in Afrika erfolgreicher zu sein: Wir haben einen guten Ruf und sollten uns aktiver engagieren, dabei auch kommunikativer und sichtbarer werden. Der Westen insgesamt sollte die Interessen des globalen Südens angemessen berücksichtigen, sich bei der Zusammenarbeit auf pragmatische Ansätze konzentrieren und nicht mit erhobenem Zeigefinger auftreten.

Der Vorsitzende unseres Arbeitskreises Afrika, Stefan Rouenhoff (Mitte), leitete das Gespräch mit den GPI-Vertretern Rhoda Berger und Gregor Darmer.