„Sei ein Mensch!“ - ergreifende Berichte zur Holocaust-Gedenkstunde - ermutigende Demos gegen Rechts - #WeRemember!

„Sei ein Mensch!“ - ergreifende Berichte zur Holocaust-Gedenkstunde - ermutigende Demos gegen Rechts - #WeRemember!

Großer Beifall nach den ergreifenden Reden von Eva Szepesi, Holocaust-Überlebende, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und Marcel Reif, Sohn eines Holocaust-Überlebenden (vordere Reihe vlnr)

„Wie kann man weiterleben, wenn man Auschwitz erlebt hat?“ fragte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas zu Beginn der Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag am Mittwoch.

Nur weil sie Juden waren…

Eva Szepesi, inzwischen 91 Jahre alt, gab uns ihre Antwort darauf. Sie erzählte uns fast stoisch von ihrer Verfolgung durch die Nazis, nur weil sie Jüdin war – von der Ermordung ihrer Familie, nur weil sie jüdisch war – von ihren schrecklichen Erlebnissen im KZ Auschwitz-Birkenau, nur weil sie Jüdin war – und schließlich von ihrer Rettung durch die Rote Armee am 27. Januar 1945.

Nachdem sie über 50 Jahre lang nicht darüber sprechen konnte – auch nicht in ihrer Familie -, spricht sie heute für die, die nicht mehr sprechen können.

Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, besonders junge Menschen über die Gräueltaten der Nazis aufzuklären, die Erinnerung daran an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, und sich gegen Hass und Menschenfeindlichkeit zu engagieren.

Das ist heute wichtiger denn je, in einer Zeit, in der Rassismus und Antisemitismus auch in Deutschland wieder stark zunehmen – besonders nach dem blutigen Terrorangriff der Hamas auf ein Festival und auf Dörfer in Israel am 7. Oktober, der mit über 1.300 Toten tödlichste Angriff auf jüdische Menschen seit der Shoanur weil sie Juden waren.

Wer schweigt, macht sich mitschuldig – auch heute

Eva Szepesis Kernbotschaften: Wer schweigt, macht sich mitschuldig. Die Shoa begann nicht mit Auschwitz. Sie begann mit Worten. Sie begann mit dem Schweigen und dem Wegschauen der Gesellschaft. Ihr habt keine Schuld für das, was passiert ist. Aber ihr habt die Verantwortung für das, was jetzt passiert. Nie wieder ist jetzt.

Diese Verantwortung müssen wir alle, jeder einzelne und jede einzelne von uns, sehr ernst nehmen.

Ermutigende Demonstrationen gegen Rechts

Deshalb ist es großartig und sehr ermutigend, dass in den letzten Tagen und Wochen bundesweitauch in meinem Wahlkreisimmer mehr MenschenHunderttausende! – auf die Straßen gegangen sind, um ein starkes Zeichen gegen Rechts zu setzen. Das ist auch ein wichtiges Signal an die AfD, die der Verfassungsschutz in weiten Teilen als rechtsextremistisch einstuft.

Demokratie lebt vom Mitmachen. Herzlichen Dank an alle, die gegen Rechts demonstrieren!

#WeRemember – niemals vergessen!

Deshalb mache ich auch dieses Jahr wieder mit bei der Kampagne „WeRemember“ der UNESCO und des Jüdischen Weltkongress WJC. Damit wir niemals vergessen, wozu Menschen fähig sind, die Rassismus und Antisemitismus schüren, um so unsere Gesellschaft zu vergiften und zu spalten. Dieses Mal dürfen wir nicht schweigen und wegschauen. Auch nicht bei antisemitischen Äußerungen im Alltag.

Foto: DBT/Inga Haar

Dass Schweigen aber manchmal auch heilsam und wie ein warmer Mantel sein kann – darüber hat der in Polen geborene Sportjournalist Marcel Reif berichtet, dessen Vater mit viel Glück den Holocaust überlebt hat. Er wollte seine Kinder von den Schrecken seiner Erinnerungen fernhalten, damit sie unbeschwert im Land der Täter aufwachsen konnten. Seine Mutter klärte ihn erst nach dem Tod des Vates auf.

„Sej a Mensch – Sei ein Mensch!“ Dass sein Vater ihm mit dieser Weisheit trotz seines Schweigens ein wichtiges Vermächtnis mit auf den Lebensweg gegeben hat, wurde ihm erst später klar.

Dieser Satz hat auch mich sehr berührt! Wenn wir das nur alle beherzigen würden!

Beifall nach den Reden

Die Kinder, Enkel und Urenkel von Eva Szegesi

Ein Foto aus glücklichen Zeiten:
Eva Szepesis Eltern und ihr kleiner Bruder wurden später von den Nazis ermordet

Musikalische Untermalung mit Stücken von verfolgten und ermordeten jüdischen Künstler/innen;
Fotos: Screenshots Parlaments-TV

 

 

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